Zur Klassischen Homöopathie

Seit 1997 arbeite ich aus Überzeugung im Schwerpunkt Klassische Homöopathie und dies trotz aller Anstrengungen weiterhin gern, weil klassische Homöopathie chronische (und auch akute) Krankheitszustände wirklich verändern kann. Dies zeigt natürlich auch die Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode.

Homöopathische Medikamente (Globuli/ Kügelchen/ Tropfen) regen in der Tiefe die Selbstheilungskräfte an und zwar sowohl bei akuten Erkrankungen als auch bei chronische Leiden wie z.B. Hautausschlägen, wiederkehrenden Infektionen, Schwächezuständen, Allergien, verschiedenen Psychosomatischen und psychischen Krankheitsbildern, Erkrankungen innerer Organe, Schmerzsyndromen, Migräne, sowie den meisten sonstigen chronischen Krankheiten. Grundsätzlich kann jede Erkrankung, bei der Organe und Gewebe nicht zerstört sind, behandelt werden. Die Behandlung ist ein Prozeß, in dem oft früher bestandene Beschwerden nochmals kurz “aufflackern”, um dann oft dauerhaft “zu verschwinden” oder sich deutlich zu lindern.

 

“Homöopathie” heißt: Ähnliches heilt Ähnliches. Das heißt, es wird dem Patienten dasjenige Medikament gegeben, welches bei einem gesunden Menschen genau die Symptome hervorrufen würde, die der jetzt zu behandelnde Kranke hat!

Beispiel: ein Kind, das hohes und plötzliches nächtliches Fieber bekommt, mit rotem Kopf, dampfend unter der Decke, weiten Pupillen, Fieberdelir usw. bekommt dann Belladonna (Tollkirsche), aber stark verdünnt und “potenziert”. Tollkirsche ruft als Vergiftungserscheinungen eben diese Erscheinungen hervor und heilt sie auch durch verdünnte und potenzierte Gabe

Jeder Patient bekommt also “sein” individuelles Mittel verschrieben. Zum Erfassen all der Informationen findet zu Beginn das ausführliche Homöopathische Erstgespräch (sog. homöopathische Erstanamnese) über ca. 2 Std. statt. Nach homöopathischer Analyse erhalten Sie dann ein homöopathisches Medikament. In ca. 7-wöchigen Abständen erfolgen dann für mind. ½ Jahr 30-minütige Folgegespräche (-Behandlungen).

Die Selbstbeobachtung und die Arbeit mit den individuellen Empfindungen des Patienten (z.B. bei einem Schmerz) sind dabei Voraussetzung. Die üblichen Diagnosebezeichnungen helfen in der Regel nicht viel weiter und treten hier in den Hintergrund.

 

Auch sind die gesamten Lebensumstände, wie z.B. Ess- und Schlafgewohnheiten, Reaktion auf Klima und Temperatur, Psychische Befindlichkeiten und Menstruationsmerkmale entscheidend für die Behandlung. Dazu gehören auch diejenigen Bedingungen oder Umstände, die eine Beschwerde verschlimmern oder verringern (sog. “Modalitäten”).

Falls Sie genauer wissen möchten, was bei einem homöopathischen Erstgespräch alles besprochen wird, so sehen Sie sich den Fragebogen unter "Downloads" an.

Ziel ist es, die gesamte Gesundheitslage auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene anhaltend zu verbessern. Es geht nicht darum, ein Symptom möglichst schnell “wegzuzaubern”. So kommt es sogar oft zu Reaktionen, die für eine Weile ausgehalten werden müssen. Dafür geht es dann danach dem Kranken besser als vorher!

Die Kosten der homöopathischen Behandlung trägt zum großen Teil der Patient selbst. Seit Sommer 2005 gibt es neue Abrechnungsmöglichkeiten über viele Kassen. Schauen Sie hierzu bitte in die Praxisbroschchüre (in der Praxis gedruckt erhältlich), unter Punkt Organisation auf dieser Homepage oder wenden Sie sich an die Praxis.

 

Literaturempfehlungen: hier klicken

Es folgt hier ein Auszug aus der Praxisbroschüre

"Similia similibus curentur“

Die Homöopathie nutzt eine Naturgesetzlichkeit.Therapeutisch nutzbar gemacht wurde diese Gesetzlichkeit durch Samuel Hahnemann im 19. Jahrhundert.Das Grundprinzip ist „Ähnliches heilt Ähnliches“. Der Kranke bekommt ein Medikament, welches bei einem Gesunden diese Krankheit hervorrufen würde.
Wichtig ist hierbei das Krankheitsverständnis: Krankheit im Sinne Hahnemanns ist die „verstimmte Lebenskraft“. Diese ist „geistartig im Körper waltend“ und regelt alle „Lebensäußerungen auf wundersame Weise“. Ist sie gestört, so entstehen Krankheitssymptome. Verschiedene Symptome sind also nur Ausdruck des dahinter liegenden immateriellen Krankheitszustands, welcher nicht sichtbar ist.
Die verstimmte Lebenskraft wird durch die Gabe eines homöopathischen Mittels wieder harmonisiert, sie kann wieder ungestört fließen. Noch einfacher ausgedrückt: die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.
Die homöopathische Methode basiert auf vier wesentlichen Pfeilern:

 

1. Arzneimittelprüfung
Die therapeutischen Ausgangssubstanzen (mineralischer, pflanzlicher oder tierischer – also oft auch giftiger Natur) wurden abgeschwächt (Verdünnt und potenziert) gesunden Menschen zur Arzneimittelprüfung verabreicht.
Diese Prüfungssymptome wurden genauestens mit allen Details niedergeschrieben und in der sog. Materia Medica gesammelt. D.h. also, dass – im Gegensatz zur Schulmedizin – die Wirkungen von Substanzen am lebendigen gesunden Menschen getestet und somit bekannt sind. (In der Schulmedizin werden auch Medikamentenstudien durchgeführt. Diese dienen aber nur der Prüfung, ob das zu behandelnde Symptom auch gelindert wird und welche sog. Nebenwirkungen auftreten und wie schädlich diese sind.) Die Homöopathie kennt somit keine Nebenwirkungen. Es gibt nur Wirkungen einer Substanz und diese werden bewusst und aktiv in die Therapie einbezogen.

 

2. Arzneimittelherstellung
Die Herstellung der homöopathischen Arzneimittel erfolgt nach dem HAB (Homöopathisches Arzneimittelbuch). Die zentralen Merkmale sind die stufenweise Verdünnung (1:10 in der D-Potenz-Reihe; 1:100 in der C-Potenz-Reihe) und Verschüttelung über ein flüssiges Medium, meistens Wasser.
Das heißt also, dass die Ausgangssubstanz bis deutlich jenseits der materiellen Nachweisbarkeit verdünnt wurde. Und sie wurde gleichzeitig durch die Verschüttelungen „dynamisiert und aufgeschlossen“, d.h. ihre Wirkkraft verstärkt. Dies ist eines der Paradoxa der Homöopathie und hier bedarf es weiterer Forschung zum Verständnis dieses Phänomens. Es kann aber nicht sein, dass die etablierte Wissenschaft sich einfach anmaßt zu behaupten, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Denn so sieht es aus. Die Forschungsmethoden müssen sich dem Objekt anpassen. Es wäre sicherlich nützlich, wenn sich aus diesen neuen Erkenntnissen auch wirtschaftliche Gewinne erzielen ließen. Dann gäbe es auch Investoren, die ihr Geld bis jetzt nur in Chemie bzw. Pharmazie stecken.

Untersucht man Globuli über D24 bzw. C12 chemisch, so würde man als Inhaltstoff nur Milchzucker feststellen, sonst nichts. Hier gibt es ein schönes Vergleichsbild: Stellen Sie sich einmal vor, ein Chemiker untersucht Ihre Lieblings-LP bzw. –CD auf Inhalt: was findet ert? Nur das Trägermaterial, also den Kunststoff, aber nicht die Musik. (Die Musik ist die Information, die dem Trägermaterial aufgeprägt wird. So die Arzneischwingungen den Milchzucker-Kügelchen, genannt Globuli).


3. Die Fallaufnahme des Kranken
Alle Symptome, Erscheinungen und Zeichen des Kranken werden vom Arzt aufgezeichnet und in allen Details registriert (Homöopathische Erstanamnese). Hierzu gehören eben auch alle nicht-krankhaften Merkmale, die der Schlüssel für das Haupt-Gesundheitsproblem sein können. Also z.B. Ess- und Schlafgewohnheiten oder Reaktion auf Wetter und Klima. Ebenso gehören Wesensmerkmale dazu. Dieses Vorgehen gleicht der (spannenden) Aufgabe, einen Detektiv-Fall zu lösen.


4. Fallanalyse
Der homöopathische Arzt vergleicht die Symptome des Patienten mit jenen aus den bekannten Arzneiprüfungen durch Repertorisation der Symptome und Studium der Materia Medica. Das höchstähnliche Mittel wird verabreicht. Deshalb gehört es zur Routine, wenn Homöopathen so viel in Büchern nachschlagen bzw. heute mit Computern arbeiten, in denen alle nötigen Werke zur Verfügung stehen. Dies tu auch ich.

 

Zusammenfassung
Der Kranke Mensch erhält dasjenige homöopathische Medikament, welches in seinen Prüfungssymptomen diejenigen Symptome zeigt, die der Kranke aufweist. Zur Erfassung des Gesamtbildes führt der Homöopath anfangs ein 1-2-stündiges Gespräch mit dem Patienten.

Die Substanz wird nicht in chemisch-giftiger Konzentration verabreicht, sondern in verdünnter und potenzierter Form. Diese sozusagen durch Globuli übergebene „energetische“ Kunstkrankheit (also stark abgeschwächte) kann die natürliche Krankheit im Patienten verdrängen. Es findet eine Umstimmung der „Lebenskraft“ statt. Die Behandlung ist in jedem Fall individuell, es gibt kein „Schema F“. Kommen z.B. 10 Patienten mit Migräne in die Behandlung, so bekommen sicherlich alle ein anderes homöopathisches Mittel, da das Gesamtbild bei jedem anders ist. Der eine hat so den Kopfschmerz auf der linken Seite, der andere rechts, der nächst abends mehr, der andere morgens. Der eine friert dabei, dem anderen ist heiß und er braucht frische Luft. Durst dabei oder kein Durst. Usw.

Noch ein Hinweis: nicht überall, wo „Homöopathie“ drauf steht, ist auch „Homöopathie“ drin.
Die oben beschriebene Methode der klassischen Homöopathie ist die (seriöse) Grundform. Es hat in den letzten 200 Jahren viele „kreative“ Weiterentwicklungen und Versuche der Vereinfachung gegeben. So z.B. die Niedrigpotenz-Homöopathie oder die Komplexmittel-Homöopathie. Die Möglichkeiten dieser Varianten gehen nicht weit über die anderer Naturheilverfahren hinaus, d.h. sie greifen nur sehr kurz und sind nicht in der Lage, chronische Krankheiten zu beeinflussen.

Es sind aber auch viele ernst zu nehmende Weiterentwicklungen der homöopathischen Behandlungsweise entstanden, die neue Ideen integriert haben. Die Materie ist im Fluss und das Ringen um Bewahren der klassischen Form sowie Entwickeln neuer Konzepte ist seit Jahren in vollem Gang.

Prüfen Sie also Ihren Behandler (Arzt oder Heilpraktiker), ob klassische Homöopathie im o.g. Sinne betrieben wird. Wenn es nichts kostet, wird es in der Regel nicht qualifiziert sein.

Eine kurze und neuzeitliche (moderne) Erklärungsvariante für Homöopathie

Ihr Organismus besteht sozusagen aus Hardware und aus Software. Die Software wäre in etwa vergleichbar mit Hahnemanns Begriff der „geistartig waltenden Lebenskraft“, sie entspricht dem Betriebssystem bzw. einem Programm. Durch Homöopathie wird die Software repariert. Der Rechner läuft wieder richtig.
Dabei sind die Grenzen zwischen Soft- und Hardware fließend. Nicht alles z.B., was „genetisch“ ist, ist wirklich fixiert und eingemeißelt. Die Frage ist immer, wie die genetische Information (die im Übrigen ja veränderlich ist IM Organismus) sich in Stoffwechselvorgänge umsetzt. So herum oder anders herum.

Noch ein (Warn-) Hinweis an alle homöopathisch interessierten Menschen bzw. Patienten:

 

In den letzten 20-30 Jahren hat sich sowohl im professionellen als auch im eher Laienbereich eine starke Psychologisierung der Homöopathie breit gemacht. Es sind „Arzneitypen“ entworfen worden, die oft sehr groteske Vereinfachungen durch Reduzierung auf wenige Wesensmerkmale oder Charakterzüge mit sich bringen. So gibt es dann den eifersüchtig und schwatzsüchtigen Lachesis-Patienten, den unsympathisch und herrischen Lycopodium-Menschen oder den ach so sympathischen und liebenswerten Phosphor-Typen. Jeder kann sich schnell und einfach irgendwo wieder entdecken. Und: entweder er freut sich oder ist empört über diese „Einstufung“.

Diese Typologien sind zwar sehr eingängig und gut verdaulich, weil so schön plastisch. Aber: auf diese Weise lässt sich keine seriöse Homöopathie betreiben. Diese Betrachtungen kann man im Hinterkopf behalten, vielleicht können Sie am Ende aller Überlegungen ein i-Tüpfelchen darstellen, aber mehr auch nicht.

Dies ist auch ein wichtiger Grund, weshalb viele Homöopathen – so auch ich – dem Patienten direkt bei der Überreichung des homöopathischen Mittels dieses nicht nennen. So bleiben die Gedanken weitgehend frei von Phantasien oder Suggestionen.

Diese Bemerkungen heißen nicht, dass die Wesens- und Charakterzüge sowie psychische Aspekte nicht wichtig wären. Sie sind es natürlich, nehmen auch einen großen Teil der Anamnese ein! Aber alles am richtigen Platz mit der richtigen (Be-)Wertung.

Fallbeispiel einer homöopathischen Behandlung

Wird demnächst neu gestaltet.

 

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